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HanseBird im Tierpark Hagenbeck

hanse bird1Der NABU Hamburg veranstaltet ein Vogel- und Optikwochenende unter dem Motto „Die Welt der Vögel erleben, entdecken und fotografieren - Termin: 11. bis 13. Mai 2012

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Steinbacher-Preisträger 2011: Rolf-Guido und Maria Krahe

Nach einer Pause im vergangenen Jahr hat sich die Jury des Steinbacher-Preises 2011 wieder für einen Preisträger entschieden. Geehrt werden Rolf-Guido und Maria Krahe aus Smithers/British Columbia, Kanada, für ihren Bericht „Verhaltensmuster bei Eulen in menschlicher Obhut“ in der Gefiederten Welt Nr. 11 und 12, 2010, wobei der Preis an Maria Krahe posthum verliehen wird, da sie bereits 2008 verstarb.

Dieser komprimierte Einblick in das Verhaltensrepertoire einer ganz besonderen, von nur wenigen privaten Haltern gepflegten Vogelgruppe erfüllt alle Anforderungen des Preises und belegt, wie gute Vogelhaltung andere biologische Disziplinen positiv zu beeinflussen mag. Der Bericht geht weit über die Schilderung einzelner Verhaltensweisen hinaus. Eulen verhalten sich anders als andere Vögel – dies mag die Grundinformation sein, auf der Rolf-Guido Krahe seine Beobachtungen und Analysen ausbreitet. Er schildert, wie das besonders feine Gehör der Eulen ihr Verhalten beeinflusst oder wie sehr sie sich auf einen vertrauten Menschen einstellen können. Wie stark die Aggressivität verschiedener Eulenarten untereinander, insbesondere wenn sie eine gemeinsame Voliere bewohnen, sein kann, auch dies beschreibt und begründet er ausführlich: Mord ohne jegliche erkennbare Gemütsregung, wie es scheinen mag. Interessant seine Erfahrungen mit Polygamie bei den sonst fast ausschließlich monogamen Eulen – nur in menschlicher Obhut lässt sich solches Verhalten genauer dokumentieren. Seit über 50 Jahren beschäftigt sich Rolf-Guido Krahe, 1933 in Bonn geboren, nun schon mit Eulen; 39 verschiedene Formen (Arten und Unterarten) hat er bislang gepflegt und die Mehrheit von ihnen in seinen Volieren vermehrt. Aus diesem großen Erfahrungsschatz lässt er viele, teils Jahrzehnte zurückliegende Beobachtungen einfließen und schließt doch mit der Erkenntnis, dass auch für ihn noch immer viele Fragen offen sind. Rolf-Guido Krahes Arbeit „Verhaltensmuster bei Eulen“ ist ein interessanter Beleg dafür, welche positiven wissenschaftlichen Impulse von einer fachmännischen Volierenhaltung ausgehen können. Hier handelt es sich nicht um eine wissenschaftliche Betrachtung, sondern um ein Kaleidoskop interessanter Einzelbeobachtungen, die zur weiteren Beschäftigung mit dieser interessanten Vogelgruppe anregen. Die Beobachtungen und Erklärungsansätze sind dabei in einem angenehmen Plauderton gehalten, der an populärbiologische Schilderungen früherer Zeiten (z. B. in Grzimeks Tierleben) erinnert. Krahes Bericht enthält eine Fülle von interessanten Fakten: der Altersrekord beim Brillenkauz, die Ausführung zur Polygamie bei Cholibaeule und Sägekauz, der zusätzliche Nachweis von Schachtelbruten bei Letzterem, das vor Kälte schützende Vergraben von Eiern in der Neststreu beim Kalifornienzwergkauz und das Füttern jüngerer Geschwister im Nest durch Jungvögel der Schleiereule. Wenn es etwas Kritisches anzumerken gibt, dann dass das Literaturverzeichnis recht unvollständig ist und sich der Autor z. B. auf Arbeiten bezieht, die nicht in der Zusammenstellung auftauchen. Rolf-Guido Krahe war viele Jahre lang als Architekt tätig und begann in den 1950er Jahren mit der Vogelhaltung. 1981 gab er seinen Beruf als Architekt auf und wanderte mit seiner Familie und seinen Eulen nach Kanada aus, wo er 1983 das „Driftwood Research and Breeding Center for Owls“ und 1993 die „Society for the Conservation and Research of Owls“ (S.C.R.O.) gründete. Seit vielen Jahren ist er auch im Artenschutz im Freiland und bei Erhaltungsprogrammen seltener Inselformen aktiv (s. hierzu den Bericht über den Haida Gwaii-Sägekauz Aegolius acadicus brooksi in einer der nächsten Ausgaben der GW). Auch zählt er zu den Unterstützern wissenschaftlicher Untersuchungen an Eulen. Der Gefiederten Welt ist er seit 54 Jahren treu; die meisten seiner lesenswerten Berichte aus der Vogelhaltung erschienen in unserer Zeitschrift. Seine Frau Maria hat ihn bis zu ihrem Lebensende in all diesen Aufgaben unterstützt. Wir wünschen Rolf-Guido Krahe noch viele Jahre Freude an seinen Eulen und viele interessante Beobachtungen! Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle auch beim Verlag Ulmer und dem Verleger Matthias Ulmer, der jedes Jahr seit Dr. Steinbachers Tod den Geldbetrag, der mit diesem Preis verbunden ist, zur Verfügung stellt!
Die Jury des Steinbacher-Preises Dr. Christoph Hinkelmann, Theo Kleefisch, Stephan M. Hübner


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