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Vogel des Jahres: Nisthilfen für Dohlen
Der NABU und der LBV wählen seit 1970 jedes Jahr eine Vogelart zum Vogel des Jahres, um gezielt diese Art zu schützen. In diesem Jahr 2012 ist es die Dohle (Corvus monedula), die oft mit der häufigen Rabenkrähe verwechselt wird, obwohl sie der kleinste unserer Raben ist, so der erste Vorsitzende Gerhard Föhr des NABU Ochsenhausen-Ringschnait und aktiver Vogelschützer.
Der Bestand wird in der BRD nur noch
auf etwa 100.000 Brutpaare geschätzt.
In mehreren Bundesländern
steht sie bereits auf der Roten Liste. In
Siedlungen sind Dohlen im Rückgang,
weil ihnen bei Renovierungen und Umbauten
die Nistmöglichkeiten genommen
werden. Neubauten bieten ihnen nur selten
Nistgelegenheiten. Das Verschwinden
alter Bäume in Wäldern und Parkanlagen
führt ebenfalls zu einer Abnahme von
Nistplätzen.
Die ersten Einsichten in das reiche Sozialleben
der Dohle verdanken wir dem
Verhaltensforscher Konrad Lorenz. Seine
zahme Dohle „Tschok“ eroberte die Sympathien
vieler Leser seiner Erzählungen.
Tschok und die anderen jungen Dohlen,
die Lorenz aufzog, bildeten den Grundstock
einer Brutkolonie, die er über Jahrzehnte
beobachtete.
Das Gefieder der Dohle ist überwiegend
schwarz, Nacken und Hinterkopf
sind grau. Die Jungen haben ein bräunlich-
schwarzes Gefieder. Typisch ist der
helle Ruf – ein kurzes und lautes „kja“
oder „kjak“, auch gereiht, daneben ein
schnarrendes „kjerr“.
Die Nahrung der Dohle sind Insekten,
Würmer, Schnecken, Früchte, Samen,
Körner, Jungvögel, Mäuse und Abfälle.
Dohlen sind Kolonienbrüter in Baumhöhlen
(Laubwälder), Felsspalten und
Mauerlöchern, vor allem in hohen Gebäuden
und Kirchtürmen. Sie bauen darin ein
großes Reisignest. Die Brutdauer liegt bei
18 Tagen und die Nestlingszeit bei etwa
30 Tagen. Dohlen sind in der Regel Standvögel
und bleiben den Winter hier. Jedoch
Jungvögel ziehen meist ans Mittelmeer.
Die Paarbindung ist lebenslang.
Nebst Schaffung und Erhaltung seines
Lebensraumes und Mangel an natürlichen
Höhlen, kann man der Dohle mit Nistkästen
helfen. Sie bevorzugt Nistkästen in
geräumiger Größe und mit einer Fluglochöffnung
ab 80mmDurchmesser. Diese
hängt man ab 4mhoch an Laubbäume.
Ebenso außen an Gebäude oder innen,
wenn man an der Außenverkleidung das
Flugloch aussägt.
Eine Bauplansammlung von Nisthilfen
für verschiedene Vogelarten und Fledermäuse
mit Tipps zum Vogelschutz erhält
man bei Zusendung von 5 Euro und 1,45
Euro Rückportobriefmarke bei Gerhard
Föhr, Ummendorfer Str. 15, 88400 Biberach-
Ringschnait, Tel. (07352) 2579.
Weitere Informationen erhält man in
seinem weltweit einzigen Nistkasten- und
Vogelschutzmuseum www.Nistkastenmuseum.
de. bei freiem Eintritt. Auf Bestellung
erhält man auch gerne fertige Nistkästen
in verschiedenen Formen aus Holz
oder Holzbeton sowie kindgerechte Bausätze
zum günstigen Selbstkostenpreis.
Weiteres Infomaterial zur Dohle selbst
erhält man beim NABU-Natur-Shop, Am
Eisenwerk 13, 30519 Hannover, Tel.
(0511) 2157111.
Gerhard Föhr

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